Ein Figurenverzeichnis zu den "Mosaiksteinchen".
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Duncan

Lord William Duncan

* 1682

an Bord seit 1697

Ein vergeblich auf seine Beförderung wartender Kadett. Seine Familie hat hohe Erwartungen an ihn, doch er kann sich mit dem Leben auf einem Schiff, das ihn nach dem Willen seines Vaters auch von seinem in London schon in jungen Jahren entwickelten Hang zum Opium heilen soll, wenig anfreunden. Er hat ein Talent für Latein und Griechisch, Mr. Lawsons Mathematik-Unterricht allerdings ist ihm ein Buch mit sieben Siegeln und er vermisst seine Heimat, was er mit einer gewissen Arroganz zu überspielen versucht. Mit Henry Moore gerät er des öfteren aneinander, weil er sich weigert, sich von einer Person unterhalb seines eigenen Standes Vorschriften machen zu lassen.

 

30.8.07 15:15


Elliott

Timothy Elliott

* 1691

† 1702

Als der kleine Timothy Elliott 1701 neu auf die Victory kommt, ist der Zimmermann gerade dabei, einige Stellen in der Bordwand abzudichten, und alles, was der nervöse Junge, der noch nie zuvor ein Schiff aus der Nähe gesehen hat, schließlich hervor stammeln kann, als er an Deck steht, ist der wohl denkwürdigste Begrüßungssatz, der je auf der Victory gesprochen wurde: „Henry, dein… dein Boot ist undicht!“ Es wird behauptet, selbst der humorlose Lieutenant Harris sei aus dem Lachen nicht mehr rausgekommen. Die Weisheit des jungen Kadetten wird bis heute immer mal wieder zitiert, manchmal zusammen mit Henry Moores amüsierter Antwort: „Es heißt "Henry, dein Schiff" – willkommen an Bord, Mr. Elliott!“ Der Rest seiner kurzen Karriere verläuft für Timothy weniger lustig und Moore hält ihn für das beste Beispiel, warum selten etwas Gutes dabei rumkommt, wenn die Eltern die Berufswahl ihrer Kinder treffen. Timothy Elliott wird seekrank, wenn es stürmt und wenn es nicht stürmt, bekommt Höhenangst in der Takelage und gerät über den Lärm der Kanonen in Panik, er fürchtet sich im Dunkeln und er fürchtet sich vor den Ratten. Er beschließt, seine Ausbildung abzubrechen und nach Hause zurückzukehren, sobald sie England erreichen, doch auf dem Heimweg wird die Victory vom Ausbruch des Krieges überrascht...

30.8.07 14:56


30.8.07 05:18


Gillette

Andrew Gillette

* 1693

an Bord seit 1703

 

Eigentlich hat Henry Moore aus Timothy Elliotts Tod die Lehre gezogen, nicht noch mal jemanden an Bord zu holen, der so offensichtlich zu jung ist, doch da er die Familie des Jungen kennt, macht er eine Ausnahme, bevor Andrew auf einem anderen Schiff landet, wo er noch viel schlechter aufgehoben wäre. Wie man weiß, wird die Geschichte ihm recht geben und Andy sich weit besser eingewöhnen als sein Vorgänger

 

30.8.07 05:07


Groves

Theodore Groves

* 1692

an Bord seit 1703

Ihr kennt ihn – also nur so viel, um auf eine Frage zu antworten, die irgendwann mal aufgekommen war: ja, er will von seinen Brüdern weg und nein, er teilt deren Meinung über James nicht – der Feind meines Feindes ist mein Freund

 

 
30.8.07 04:58


Harris

Thomas Harris

*1670

Lieutenant

Der gefürchtetste Offizier der Victory kam 1696, ein Jahr nach Henry Moore, an Bord, nachdem er dem Schiff von der Admiralität zugeteilt worden war. Manch einer bezweifelt, dass Henry Moore ihn freiwillig eingestellt hätte, auch wenn dieser sich der herrschenden Etikette nach jedes öffentlichen Urteils über seinen ersten Offizier enthält. In der Besatzung findet man da deutlichere Worte - nicht wenige Anekdoten enden mit dem Satz: „Und dann hat Harris mir ein paar gescheuert.“ Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ist es Moore zwar recht gut gelungen, ihn davon zu überzeugen, dass es sich in seiner Position nicht gehört, ein solch unbeherrschtes Temperament an den Tag zu legen, dass einem die Hand ausrutscht, dennoch bleibt Thomas Harris gefürchtet. Nichtsdestotrotz gilt er zu Recht als erstklassiger Stratege mit guten Erfolgsaussichten und Kontakten in London, was ihm 1704 in Moores Abwesenheit vorübergehend das Kommando über die Victory und später ein eigenes Schiff einbringt. Nur wenige wissen, dass dieses lebende Beispiel an Disziplin und Genauigkeit einst ebenso wenig freiwillig zur Navy kam, wie manche der Kadetten, die heute unter seiner Strenge leiden. Dr. Bridgham analysiert ihn mit den Worten: „Ich kenne seinen Vater und ich kenne seinen einstigen Captain. Das entschudigt nichts, aber es erklärt alles.“

 

 
30.8.07 04:46


Lawson

Edward Lawson

* 1672

Neben Dr. Bridgham einer der zwei Zivilisten an Bord. Der Kartograph und Hobby-Mathematiker begleitet die Victory seit 1697 auf ihren Einsätzen, um für die Navy neue Versionen fehlerhafter Seekarten anzufertigen, und fungiert nebenbei als Mathematik-Lehrer für die Kadetten. Der stille, schreckhafte Mann, der für das Leben auf einem Kriegsschiff denkbar ungeeignet scheint, ist die wohl einzige Person auf dem Schiff, die Henry Moore wirklich privat kennt, und aufgrund dieser Freundschaft wird er von der Besatzung toleriert, auch wenn die meisten ihn meiden und für einen Sonderling halten – Patrick O’Hare bezeichnet ihn gar als verflucht, seit er 1698 Opfer einer Geiselnahme wurde und noch schreckhafter und unter Halluzinationen leidend zurückkehrte. Dennoch kann er, wenn es drauf ankommt, mutiger sein, als man ihm zutraut. „Als wir als Geiseln auf der San Felipe waren, interessierten sich die Spanier für einige Informationen über unsere Verbündeten,“ erzählte Henry Moore einmal jemandem, der Edward für einen Feigling hielt, „Also habe ich sie von vorn bis hinten belogen. Mr. Lawson war zu nervös, um zu lügen, aber mutig genug, ihnen ins Gesicht zu sagen, dass er es ihnen nicht verraten würde.“

 

 
30.8.07 04:06


Moore

Henry Moore

* 1659

Captain der Victory seit 1695

„Once Henry was no sailor, he was a Liverpool tailor…“ Der Anfang eines unter den Matrosen kursierenden Spottlieds enthält eine gewisse Wahrheit – wäre es nach seiner Mutter, einer Schneiderin, gegangen, sagt Henry Moore, würde er heute „in einem winzigen Laden in Liverpool hocken und Unterröcke nähen.“ Zumindest erzählt er dies seinen Kadetten, deren Eltern wenig begeistert von der nicht ganz ungefährlichen Berufswahl ihrer Sprösslinge sind. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage ist bis auf seine Herkunft aus einem der schlechten Viertel von Liverpool, die sich dank gehässiger Kollegen längst herumgesprochen hat, ebenso unklar wie die meisten Spekulationen über den Offizier, der mit persönlichen Informationen ausgesprochen zurückhaltend ist. Der überwiegende Teil der Besatzung ahnt nicht, dass ihr Captain ebenso viele fiktive Lebensgeschichten auf Lager hat, wie er über Namen und Pässe verfügt und in der Vergangenheit mehrmals für den britischen Geheimdienst in Frankreich aktiv war. Seine Leute schätzen ihn als besonnen und gerecht, doch nur ein Narr verwechselt seine Gerechtigkeit mit mangelnder Autorität – und nur ein Narr spürt nicht instinktiv, dass er es mit jemandem zu tun hat, den er nicht gern zum Feind hätte. Durch seine Herkunft und seine schwierigen Anfänge in der Navy hat er einen Blick für fähige Leute aus allen sozialen Schichten und unterstützt talentierten Nachwuchs mit großem Engagement, hegt jedoch wenig Sympathie für Nachlässigkeit und Dummheit: wer seinen Respekt erlangt, hat es verdient – und wer Bekanntschaft mit seinem gefürchteten Sarkasmus macht, hat das für gewöhnlich auch.

 

 
30.8.07 03:23


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